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Imkerverein Salzkotten
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Bestandsvermehrung mit Brutablegern

In jeder Imkerei ist aus den verschiedensten Gründen mit mehr oder weniger hohen Völkerverlusten zu rechnen. Weisellosigkeit, Drohnenbrütigkeit (Königin legt nur unbefruchtete Eier, aus denen Drohnen schlüpfen), Krankheiten, Futternot, Umweltgifte, Diebstahl, Frevel sind einige der Ursachen für die Verringerung des Völkerbestandes einer Imkerei. Daher sollte der Imker in jedem Jahr eine größere Zahl (10-25%) neuer Völker bilden. Auch wenn die Imkerei vergrößert werden soll, ist die Erzeugung neuer Völker erforderlich. Sollen bei Erhalt der Wirtschaftsvölker die Imkerei vergrößert werden, so können halb so viele neue Völker gebildet werden, wie vorhanden waren. Werden ganze Völker nach der Frühtracht aufgelöst, so können pro Volk bis zu fünf Völker gebildet werden. Im Herbst haben dann alle Völker die erforderliche Stärke zur zweiräumigen Überwinterung. Diese Jungvölker besitzen neuen Wabenbau und sind gesund und leistungsfähig.

In 1½-Jahren können aus einem Wirtschaftsvolk 20 neue Völker erstellt werden. Diese neuen Völker können in zwei Räumen überwintert werden und bringen im zweiten Frühjahr nach ihrer Bildung  einen sehr guten Honigertrag. Wer seine Völkerzahlen deutlich vermehren möchte, sollte diese Methode anwenden. Ein Kaufen von Völkern ist dann nicht mehr nötig, es kann sogar an den Verkauf von Völkern gedacht werden. Eine wesentliche Vorraussetzung ist allerdings, dass der Imker zur rechten Zeit die entsprechende Menge an begatteten Königinnen zur Verfügung hat. Mit einem zweiten Volk können diese (vor allem im Jahr 1) vermehrt werden.

Verzwanzigfachung des Völkerbestandes in 1,5-Jahren  

Jahr 0:

Nach dem Abschleudern (Mitte bis Ende Juli) wird das Wirtschaftsvolk (besetzt 20 Waben) in vier Ableger gleichmäßig aufgeteilt. Jeder Ableger erhält eine neue 0-jährige begattete Königin. Es können zwei Ableger nebeneinander durch ein dünnes Schied (Hartfaserplatte) getrennt in einer Magazinbeute einlogiert werden. Die Ableger werden entmilbt und aufgefüttert. Die Auffütterung muss sehr langsam erfolgen und sollte erst Ende September abgeschlossen sein. Es sind 4-5 kg Zucker pro Ableger zu verfüttern.

Jahr 1:

Die Ableger werden wie die Wirtschaftsvölker zur Entwicklungszeit gepflegt. Besetzen Sie ihr Abteil vollständig und bebrüten Sie vier Waben, so wird jeweils ein Ableger in eine neue Magazinbeute gegeben und an einen anderen Standort (mindestens 3 km entfernt) verbracht. Die Leerräume in den Zargen werden mit 3-4 Mittelwänden und einer Leerwabe ausgefüllt. Die weitere Pflege erfolgt nun wie bei der Brutablegerbildung.

Anfang Juli werden aus jedem dieser mittlerweile 20 Waben besetzenden Völker 5 neue Brutableger erstellt. Durch eine gute Pflege des Imkers belegen sie zur Einwinterungszeit zwanzig Waben und werden dann wie Völker in der Pflegezeit betreut.

Jahr 2:

Nach der Auswinterung können die neuen Völker in der Entwicklungszeit erstarken und in der Trachtzeit dem Imker eine reiche Honigernte bescheren.

Finanziell rechnet sich diese Form der Völkervermehrung zudem auch noch.

Ausgaben:

Position

Einzelpreis in €

Summe in €

1 Bienenvolk

110,00

110,00

20 Königinnen

17,50

350,00

380 Rähmchen

0,80

304,00

380 Mittelwände

0,56

212,80

320 kg Zucker

0,89

289,40

8,8 L 60% Ameisensäure

3,60

31,68

1L 15% Milchsäure

3,50

3,50

Summe:

1301,38

Einnahmen:

Position

Einzelpreis in €

Summe in €

20 Bienenvölker

110,00

2200,00

Der Imker erhält für seine Arbeit daher 900 €.  Wenn das Volk im Jahr 1 zum Honigsammeln eingesetzt würde, so wäre bei einem Durchschnittsertrag von 25-50 kg Honig und einem Honigpreis von z.B. 6,60 €/kg ein Erlös von 165-330€ erzielt worden. Dieser Betrag vermindert sich noch um die Kosten von 15 kg Zucker zur Einwinterung (14 €) und weitere Betriebskosten der Honigproduktion. Da die Ablegerbildung und Pflege als solches nicht sehr arbeitsintensiv ist und auch Spaß macht, ist die eigene Völkervermehrung eine echte Alternative zum Völkerkauf. Außerdem weiß der Imker genau was er hat. Das Einschleppen von Krankheiten wird zudem auch vermieden.




 

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letzte Änderung: 19.02.2005