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Zeichenerklärung:
Leerwabe
Brutwabe
Drohnenbrutwabe
Pollenwabe
Honigwabe, offen
Honigwabe,
zu
Mittelwand
oder
Königin
Absperrgitter
Zusetzgitter
Applikator

Futtereimer
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Entwicklungszeit
Im Januar bis März finden die Reinigungsflüge unserer Bienen statt, dabei
fliegen sie bei Temperaturen oberhalb von 14°C aus und entleeren ihren Darm.
Wenn der Imker dann zugegen ist, so kann er die Stockwindel (mit Draht
geschützte Bodeneinlage) entnehmen, den Totenfall (tote Bienen auf der Windel)
entfernen und das Gemüll unterhalb des Drahtgitters auf der eingelegten Tapete
oder Folie kontrollieren. Deutlich sind die Zehrwege der Bienen an den kleinen
Wachskrümeln der entdeckelten Zellen zu erkennen. Falls ein Volk nicht am
Reinigungsflug teilnimmt, so ist der Deckel der Beute (Bienenkasten) zu öffnen.
Krabbeln unterhalb der Abdeckfolie Bienen, so erübrigt sich eine weitere
Durchsicht. Ansonsten ist die Folie zu entfernen und die Waben nach lebenden
Bienen zu kontrollieren. Ist das Volk im Winter verstorben, so ist das Flugloch
zu schließen (Räubereigefahr!) und die Beute ggf. zu entfernen. Die Waben
sollten möglichst der Wachsverarbeitung zugeführt werden. Vorhandene
Futterreste dürfen nicht in andere Völker gegeben werden
(Verbreitung von Krankheiten!).
Die eigentliche Arbeit an den Bienen beginnt erst zur Blüte der Salweide
(gelbe Weidenkätzchen). Von da ab sind die Völker alle 1-2 Wochen zu
kontrollieren. Ziel ist es, durch geeignete Maßnahmen viele Bienen zur Nutzung
der Frühtracht (Löwenzahn, Obst und Raps) in den Völkern heranzuziehen. Nur
starke Völker können bereits eine gute Ernte aus der Frühtracht für den
Imker einholen. Der Imker fördert daher die Entwicklung seiner Völker im
Frühjahr. Völker, in denen sich weder Brut noch Königin oder nur
Zellen mit Drohnenbrut befinden, müssen aufgelöst werden. Starken oder
durchschnittlichen weisellosen Völkern (Völker ohne Königin) kann auch ein Reserveableger zugesetzt werden.
Eine direkte Reizfütterung mit Honig- oder Zuckerwasser, sollte nicht
durchgeführt werden, da die Bienen bis zur Trachtzeit das Winterfutter
aufzehren müssen. Um den Bienen leicht verfügbares Futter zu reichen und der
Königin freie Zellen für die Eiablage zu bieten, empfiehlt es sich,
verdeckelte Futterwaben mit der Entdeckelungsgabel zu entdeckeln und an oder in
das Brutnest zu hängen. Die Bienen benötigen während der Entwicklungszeit
0,25-0,5L Wasser pro Tag und Volk. Bei kalter Witterung kehren die
Wasserholerinnen häufig nicht in die Stöcke zurück. Falls eine Stocktränke
(Futterdeckel, Glas auf Spundloch) vorhanden ist, so kann den Völkern Wasser
gereicht werden. Zunächst wird einmal Honigwasser 1:1 gegeben, später der
Honiggehalt mehr und mehr vermindert.
Erster Eingriff bei Völkern, die in zwei Räumen überwintert wurden:
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Zustand des Volkes: |
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Das Volk belegt bis zu 14 Waben mit Bienen. Häufig sind
es weniger besetzte Waben, da die Völker im Winter einen Teil der Bienen
verlieren. Brut befindet sich auf bis zu 6 Waben bei sehr guten und 4 Waben
bei durchschnittlichen Völkern. Häufig befindet sie sich im oberen Raum oder
erstreckt sich über die zwei Räume. Das Volk besitzt noch einen guten
Futtervorrat (bis zu 8 Waben), der durch Wachsdeckel geschützt ist. Offenes,
den Bienen direkt zugängliches Futter ist wenig vorhanden. Der erste Pollen
ist auch schon eingetragen worden. |
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Arbeiten am Volk: |
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Die Brut der Bienen benötigt zur Entwicklung eine
Temperatur von ca. 35°C. Diese wird auch bei Außentemperaturen unter 0°C
von den Bienen durch Verzehr von Futter (Honig) und Muskelaktivität
aufgebracht. Um eine Wärmeabgabe an die ungeheizten Zonen des Bienenkastens
zu verhindern, wird das Bienenvolk auf einen Raum eingeengt. Zudem wird bei
dieser Maßnahme ein großer Teil der alten, mehrfach bebrüteten Waben
entfernt (Wachsverarbeitung zuführen). Dieses fördert die Hygiene im Bienenstock. Der zweite Raum wird
abgenommen und der Bienensitz im ersten Raum in Fluglochnähe eingerichtet.
Nach einer Pollen-/Honigwabe kommen die Brutwaben aus beiden Räumen. Sie
sollten möglichst abwechselnd angeordnet werden. Befinden sich auf den
Brutwaben des oberen Raumes noch große verdeckelte Futterkränze, so werden
die Waben von Bienen befreit (abgefegt) und die Futterkränze mit der
Entdeckelungsgabel
abgedeckelt. Nach den Brutwaben folgen weitere Honig-/Pollenwaben, wobei die
zwei letzten Waben ebenfalls abgedeckelt werden. Der nun offene Honig kann von
den Bienen sofort aufgenommen und brutnah abgelagert werden. Außerdem
wird Platz für neue Brut frei. |
Erster Eingriff bei Völkern, die in einem Raum überwintert wurden
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Zustand des Volkes: |
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Das Volk wurde in einem Raum überwintert und besetzt
zwischen 6 und 8 Waben. Auf 2 bis 4 Waben ist Brut zu finden. Offenes Futter
ist wenig vorhanden, und der erste Pollen wurde eingetragen. |
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Arbeiten am Volk: |
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Der Bienensitz ist in Fluglochnähe zu bringen, damit das
Flugloch ausreichend von den Bienen verteidigt werden kann. Als erste Wabe
wird eine Pollen-/Honigwabe gehängt, daran schließen sich die Brutwaben an.
Die anderen Futterwaben werden hinter die Brut eingehängt, so dass Waben mit
wenig Futter ganz nach hinten kommen. Die erste Futterwabe hinter der Brut
wird entdeckelt. Falls mindestens vier Brutwaben vorhanden sind, so wird eine
weitere volle Futterwabe entdeckelt und zwischen die Brutwaben gegeben. Dabei müssen
jeweils zwei Brutwaben zusammen bleiben. Das Futter auf der letzten Wabe wird
ebenfalls entdeckelt. |
Zweiter Eingriff bei einräumig eingewintertem Volk (nach 7-14 Tagen):
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Zustand des Volkes: |
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Das Volk besetzt jetzt mindestens 7-8 Waben und hat 5
Brutwaben. Die beim ersten Eingriff zwischen die Brut gehängte Futterwabe
wurde leer getragen und ist mit offener Brut (Eier und Larven) gefüllt.
Große Pollenvorräte sind vorhanden. Täglich schlüpfen junge Bienen und
verstärken das Volk. Die letzte Wabe ist leergetragen. |
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Arbeiten am Volk: |
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Die letzte Wabe (dunkel und häufig verschimmelt) wird von
Bienen befreit und entnommen. Sie wird der Wachsverarbeitung zugeführt. Die
Futterkränze der Brutwaben werden entdeckelt (vorher abfegen). Zwischen die
Brut wird eine unbebrütete, ggf. honigfeuchte Wabe eingehängt.
Diese Waben wurden im Vorjahr ausgebaut, voll Honig getragen und nach der
Schleuderung unzugänglich für Bienen aufbewahrt. Das Austauschen der alten,
mehrfach bebrüteten durch unbebrütete Waben dient der
Krankheitsvorbeugung. Außerdem schlüpfen aus unbebrüteten Waben deutlich
größere Bienen als aus ganz schwarzen, oft bebrüteten Waben. |
Zweiter Eingriff bei zweiräumig überwintertem Volk (nach 7 Tagen) oder
dritter Eingriff bei einräumig überwintertem Volk (nach 14 Tagen):
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Zustand des Volkes: |
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Volk besetzt mindesten 8-9 Waben und hat 6 Brutwaben.
Futter ist aus den hinteren Waben von den Bienen fast vollständig ausgetragen
worden. Volk hängt in den hohen Boden durch und manchmal wird unterhalb der
Waben schon gebaut. |
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Arbeiten am Volk: |
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Die beiden hinteren Waben werden entnommen und der
Wachsverarbeitung zu geführt. Zwischen die Brutwaben werden zwei unbebrütete, ausgebaute, ggf. honigfeuchte Waben
eingehängt, so dass je zwei Brutwaben zusammen bleiben. Falls die
Stockwindeln noch in den Völkern sind, so werden sie nun entnommen,
gesäubert und außerhalb der Völker gelagert. Jetzt können auch
Futterkranzproben für die Frühdiagnose der Amerikanischen Faulbrut entnommen
werden. Diese Proben werden in geeigneten Untersuchungsstellen auf den Erreger
der Amerikanischen Faulbrut Paenibacillus larvae larvae kontrolliert. |
Erste Erweiterung:
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Zustand des Volkes: |
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Volk füllt die ganze Zarge (Raum) aus, Bienen hängen
unter den Waben in den hohen Boden und errichten Wildbau unter den Waben. Acht
Waben sind mit Brut gefüllt. Wenige Zellen stehen der Königin für die
Eiablage zur Verfügung. |
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Arbeiten am Volk: |
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In eine neue Zarge (Raum, Etage, Aufsatz) werden zwei
Brutwaben gehängt. Zwei unbebrütete Leerwaben werden in Position 4 und 6 zwischen
die Brut in die erste Zarge gegeben. Der Wildbau unterhalb der Rähmchen wird
entfernt. Die zweite Zarge wird aufgesetzt und mit unbebrüteten Leerwaben und
Mittelwänden aufgefüllt. Neben die Brut kommt jeweils eine Mittelwand, da
hier die Bienen am liebsten bauen. Ansonsten empfiehlt sich eine wechselnde
Anordnung. Ein Rähmchen hat lediglich einen Mittelwandanfangsstreifen, hier
können die Bienen dann Zellen für die Drohnenbrut errichten (Drohnenwabe).
Es sollen mindestens 4-6 Mittelwände (inklusive Drohnenrahmen) bei diesem
Erweiterungsschritt den Völkern gegeben werden. Stehen keine Leerwaben zur
Verfügung, so wird nur mit Mittelwänden aufgefüllt. Da die Tracht einsetzt
und reger Flugbetrieb herrscht, ist das Flugloch auf seine ganze Höhe und
Breite zu öffnen. |
Korrektureingriff nach 4-7 Tagen:
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Zustand des Volkes: |
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Das Volk belegt jetzt 14-16 Waben. Darunter sind 10
Brutwaben. Einige Mittelwände sind bereits ausgebaut, an anderen bauen die
Bienen. Frischer Nektar/Honig wurde in die Waben eingetragen. |
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Arbeiten am Volk: |
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Zarge 1 braucht nicht kontrolliert zu werden. Die in Zarge
2 noch nicht ausgebauten Mittelwände werden neben die Brut gehängt, eine
kann auch zwischen die beiden Brutwaben gegeben werden. Die Waben, die den
meisten Honig enthalten kommen nach außen, die mit wenig Honig an die
Mittelwände.Nach einer weiteren Woche sind alle Waben mit Brut,
Pollen oder Honig gefüllt, denn es ist jetzt Trachtzeit. |
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