Logo Imkerverein Salzkotten  

Imkerverein Salzkotten
1934 e.V.



zurück home weiter


Imkerverein


Angebote


Erzeugnisse Königinnenzucht Bienengesundheit Verschiedenes Themen Betriebsweise


Interaktiv

http://gratis-besucherzaehler.de




Zeichenerklärung:

Leerwabe Leerwabe

Brutwabe Brutwabe

Drohnenwabe Drohnenbrutwabe

Pollenwabe Pollenwabe

Honigwabe, offen Honigwabe, offen

Honigwabe, verdeckelt Honigwabe, zu

Mittelwand Mittelwand

Königin oder Königin Königin

Absperrgitter Absperrgitter

Zusetzgitter Zusetzgitter

Applikator Applikator

Futtereimer
Futtereimer

 

Entwicklungszeit

Im Januar bis März finden die Reinigungsflüge unserer Bienen statt, dabei fliegen sie bei Temperaturen oberhalb von 14°C aus und entleeren ihren Darm. Wenn der Imker dann zugegen ist, so kann er die Stockwindel (mit Draht geschützte Bodeneinlage) entnehmen, den Totenfall (tote Bienen auf der Windel) entfernen und das Gemüll unterhalb des Drahtgitters auf der eingelegten Tapete oder Folie kontrollieren. Deutlich sind die Zehrwege der Bienen an den kleinen Wachskrümeln der entdeckelten Zellen zu erkennen. Falls ein Volk nicht am Reinigungsflug teilnimmt, so ist der Deckel der Beute (Bienenkasten) zu öffnen. Krabbeln unterhalb der Abdeckfolie Bienen, so erübrigt sich eine weitere Durchsicht. Ansonsten ist die Folie zu entfernen und die Waben nach lebenden Bienen zu kontrollieren. Ist das Volk im Winter verstorben, so ist das Flugloch zu schließen (Räubereigefahr!) und die Beute ggf. zu entfernen. Die Waben sollten möglichst der Wachsverarbeitung zugeführt werden. Vorhandene Futterreste dürfen nicht in andere Völker gegeben werden (Verbreitung von Krankheiten!).

Die eigentliche Arbeit an den Bienen beginnt erst zur Blüte der Salweide (gelbe Weidenkätzchen). Von da ab sind die Völker alle 1-2 Wochen zu kontrollieren. Ziel ist es, durch geeignete Maßnahmen viele Bienen zur Nutzung der Frühtracht (Löwenzahn, Obst und Raps) in den Völkern heranzuziehen. Nur starke Völker können bereits eine gute Ernte aus der Frühtracht für den Imker einholen. Der Imker fördert daher die Entwicklung seiner Völker im Frühjahr. Völker, in denen sich weder Brut noch Königin oder nur Zellen mit Drohnenbrut befinden, müssen aufgelöst werden. Starken oder durchschnittlichen weisellosen Völkern (Völker ohne Königin) kann auch ein Reserveableger zugesetzt werden.

Eine direkte Reizfütterung mit Honig- oder Zuckerwasser, sollte nicht durchgeführt werden, da die Bienen bis zur Trachtzeit das Winterfutter aufzehren müssen. Um den Bienen leicht verfügbares Futter zu reichen und der Königin freie Zellen für die Eiablage zu bieten, empfiehlt es sich, verdeckelte Futterwaben mit der Entdeckelungsgabel zu entdeckeln und an oder in das Brutnest zu hängen. Die Bienen benötigen während der Entwicklungszeit 0,25-0,5L Wasser pro Tag und Volk. Bei kalter Witterung kehren die Wasserholerinnen häufig nicht in die Stöcke zurück. Falls eine Stocktränke (Futterdeckel, Glas auf Spundloch) vorhanden ist, so kann den Völkern Wasser gereicht werden. Zunächst wird einmal Honigwasser 1:1 gegeben, später der Honiggehalt mehr und mehr vermindert.

Erster Eingriff bei Völkern, die in zwei Räumen überwintert wurden:

   

Zustand des Volkes:

 

Das Volk belegt bis zu 14 Waben mit Bienen. Häufig sind es weniger besetzte Waben, da die Völker im Winter einen Teil der Bienen verlieren. Brut befindet sich auf bis zu 6 Waben bei sehr guten und 4 Waben bei durchschnittlichen Völkern. Häufig befindet sie sich im oberen Raum oder erstreckt sich über die zwei Räume. Das Volk besitzt noch einen guten Futtervorrat (bis zu 8 Waben), der durch Wachsdeckel geschützt ist. Offenes, den Bienen direkt zugängliches Futter ist wenig vorhanden. Der erste Pollen ist auch schon eingetragen worden.

   

Arbeiten am Volk:

 

Die Brut der Bienen benötigt zur Entwicklung eine Temperatur von ca. 35°C. Diese wird auch bei Außentemperaturen unter 0°C von den Bienen durch Verzehr von Futter (Honig) und Muskelaktivität aufgebracht. Um eine Wärmeabgabe an die ungeheizten Zonen des Bienenkastens zu verhindern, wird das Bienenvolk auf einen Raum eingeengt. Zudem wird bei dieser Maßnahme ein großer Teil der alten, mehrfach bebrüteten Waben entfernt (Wachsverarbeitung zuführen). Dieses fördert die Hygiene im Bienenstock. Der zweite Raum wird abgenommen und der Bienensitz im ersten Raum in Fluglochnähe eingerichtet. Nach einer Pollen-/Honigwabe kommen die Brutwaben aus beiden Räumen. Sie sollten möglichst abwechselnd angeordnet werden. Befinden sich auf den Brutwaben des oberen Raumes noch große verdeckelte Futterkränze, so werden die Waben von Bienen befreit (abgefegt) und die Futterkränze mit der Entdeckelungsgabel abgedeckelt. Nach den Brutwaben folgen weitere Honig-/Pollenwaben, wobei die zwei letzten Waben ebenfalls abgedeckelt werden. Der nun offene Honig kann von den Bienen sofort aufgenommen und brutnah abgelagert werden. Außerdem wird Platz für neue Brut frei.

Erster Eingriff bei Völkern, die in einem Raum überwintert wurden

   

Zustand des Volkes:

 

Das Volk wurde in einem Raum überwintert und besetzt zwischen 6 und 8 Waben. Auf 2 bis 4 Waben ist Brut zu finden. Offenes Futter ist wenig vorhanden, und der erste Pollen wurde eingetragen.

   

Arbeiten am Volk:

 

Der Bienensitz ist in Fluglochnähe zu bringen, damit das Flugloch ausreichend von den Bienen verteidigt werden kann. Als erste Wabe wird eine Pollen-/Honigwabe gehängt, daran schließen sich die Brutwaben an. Die anderen Futterwaben werden hinter die Brut eingehängt, so dass Waben mit wenig Futter ganz nach hinten kommen. Die erste Futterwabe hinter der Brut wird entdeckelt. Falls mindestens vier Brutwaben vorhanden sind, so wird eine weitere volle Futterwabe entdeckelt und zwischen die Brutwaben gegeben. Dabei müssen jeweils zwei Brutwaben zusammen bleiben. Das Futter auf der letzten Wabe wird ebenfalls entdeckelt.

Zweiter Eingriff bei einräumig eingewintertem Volk (nach 7-14 Tagen):

   

Zustand des Volkes:

 

Das Volk besetzt jetzt mindestens 7-8 Waben und hat 5 Brutwaben. Die beim ersten Eingriff zwischen die Brut gehängte Futterwabe wurde leer getragen und ist mit offener Brut (Eier und Larven) gefüllt. Große Pollenvorräte sind vorhanden. Täglich schlüpfen junge Bienen und verstärken das Volk. Die letzte Wabe ist leergetragen.

   

Arbeiten am Volk:

 

Die letzte Wabe (dunkel und häufig verschimmelt) wird von Bienen befreit und entnommen. Sie wird der Wachsverarbeitung zugeführt. Die Futterkränze der Brutwaben werden entdeckelt (vorher abfegen). Zwischen die Brut wird eine unbebrütete, ggf. honigfeuchte Wabe eingehängt. Diese Waben wurden im Vorjahr ausgebaut, voll Honig getragen und nach der Schleuderung unzugänglich für Bienen aufbewahrt. Das Austauschen der alten, mehrfach bebrüteten  durch unbebrütete Waben dient der Krankheitsvorbeugung. Außerdem schlüpfen aus unbebrüteten Waben deutlich größere Bienen als aus ganz schwarzen, oft bebrüteten Waben.

Zweiter Eingriff bei zweiräumig überwintertem Volk (nach 7 Tagen) oder dritter Eingriff bei einräumig überwintertem Volk (nach 14 Tagen):

   

Zustand des Volkes:

 

Volk besetzt mindesten 8-9 Waben und hat 6 Brutwaben. Futter ist aus den hinteren Waben von den Bienen fast vollständig ausgetragen worden. Volk hängt in den hohen Boden durch und manchmal wird unterhalb der Waben schon gebaut.

   

Arbeiten am Volk:

 

Die beiden hinteren Waben werden entnommen und der Wachsverarbeitung zu geführt. Zwischen die Brutwaben werden zwei unbebrütete, ausgebaute, ggf. honigfeuchte Waben eingehängt, so dass je zwei Brutwaben zusammen bleiben. Falls die Stockwindeln noch in den Völkern sind, so werden sie nun entnommen, gesäubert und außerhalb der Völker gelagert. Jetzt können auch Futterkranzproben für die Frühdiagnose der Amerikanischen Faulbrut entnommen werden. Diese Proben werden in geeigneten Untersuchungsstellen auf den Erreger der Amerikanischen Faulbrut Paenibacillus larvae larvae kontrolliert.

Erste Erweiterung:

   

Zustand des Volkes:

 

Volk füllt die ganze Zarge (Raum) aus, Bienen hängen unter den Waben in den hohen Boden und errichten Wildbau unter den Waben. Acht Waben sind mit Brut gefüllt. Wenige Zellen stehen der Königin für die Eiablage zur Verfügung.

   

Arbeiten am Volk:

 

In eine neue Zarge (Raum, Etage, Aufsatz) werden zwei Brutwaben gehängt. Zwei unbebrütete Leerwaben werden in Position 4 und 6 zwischen die Brut in die erste Zarge gegeben. Der Wildbau unterhalb der Rähmchen wird entfernt. Die zweite Zarge wird aufgesetzt und mit unbebrüteten Leerwaben und Mittelwänden aufgefüllt. Neben die Brut kommt jeweils eine Mittelwand, da hier die Bienen am liebsten bauen. Ansonsten empfiehlt sich eine wechselnde Anordnung. Ein Rähmchen hat lediglich einen Mittelwandanfangsstreifen, hier können die Bienen dann Zellen für die Drohnenbrut errichten (Drohnenwabe). Es sollen mindestens 4-6 Mittelwände (inklusive Drohnenrahmen) bei diesem Erweiterungsschritt den Völkern gegeben werden. Stehen keine Leerwaben zur Verfügung, so wird nur mit Mittelwänden aufgefüllt. Da die Tracht einsetzt und reger Flugbetrieb herrscht, ist das Flugloch auf seine ganze Höhe und Breite zu öffnen.

Korrektureingriff nach 4-7 Tagen:

   

Zustand des Volkes:

 

Das Volk belegt jetzt 14-16 Waben. Darunter sind 10 Brutwaben. Einige Mittelwände sind bereits ausgebaut, an anderen bauen die Bienen. Frischer Nektar/Honig wurde in die Waben eingetragen.

   

Arbeiten am Volk:

 

Zarge 1 braucht nicht kontrolliert zu werden. Die in Zarge 2 noch nicht ausgebauten Mittelwände werden neben die Brut gehängt, eine kann auch zwischen die beiden Brutwaben gegeben werden. Die Waben, die den meisten Honig enthalten kommen nach außen, die mit wenig Honig an die Mittelwände.

Nach einer weiteren Woche sind alle Waben mit Brut, Pollen oder Honig gefüllt, denn es ist jetzt Trachtzeit.




 

©  WM-IV-Salzkotten@gmx.de