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Varroa destructor und ihre Bekämpfung

Varroa destructor

Die Varroamilbe (Varroa destructor, früher als Varroa jacobsoni bezeichnet) ist uns seit Mitte der 80`er Jahre bekannt. Sie lebt auf der erwachsenen Biene und ernährt sich von deren Blut, der Hämolymphe. Die Vermehrung erfolgt in der verdeckelten Brutzelle. Da sich sowohl die Muttermilben als auch ihre Nachkommen vom Blut der Bienenpuppe ernähren wird diese mehr oder weniger geschädigt. Neben sichtbaren Schäden (verkrüppelte Flügel, deformierter Hinterleib) kommt es vor allem zur Kurzlebigkeit der schlüpfenden Bienen. Ist die Anzahl an Parasiten sehr hoch, so werden immer weniger gesunde Bienen geboren und das Bienenvolk bricht zusammen. In solchen Völkern finden sich dann zwar noch Brutflächen und Futter, jedoch fast keine Bienen mehr. Besonders kritisch sind die Spätsommermonate, da sich dann die Milbenanzahl von wenigen am Jahresbeginn um bis zu mehrere Tausend vermehrt haben kann, während das Bienevolk schon schwächer wird und immer weniger Brut pflegt. Die erzeugten Winterbienen erleben dann häufig nicht mehr das nächste Frühjahr und die Völker sterben spätestens im Winter aus.

Entmilbungsmittel

Bisher haben sich die rein imkertechnischen Maßnahmen (Drohnenbrutentnahme, Bannwabenverfahren) nicht bewährt oder konnten sich nicht als alleinige Behandlungsmethode durchsetzen. In Deutschland ist daher bisher keine sinnvolle Imkerei ohne eine Behandlung der Varroamilben mit chemischen Mitteln möglich. Diese Präparate lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Mittel die fettlösliche Wirkstoffe enthalten (Folbex, Perizin, Bayvarol, Apistan, Thymol) und die wasserlöslichen organischen Säuren (Ameisen-, Milch- und Oxalsäure). Alle Mittel dürfen nicht eingesetzt werden, wenn die Völker Honig erzeugen, der für den menschlichen Verzehr bestimmt ist. Mit Ausnahme der Ameisensäure wirken alle anderen Mittel nur bei Brutfreiheit der Völker effektiv, die Behandlung kann also nur im Winter erfolgen. Der Einsatz der fettlöslichen Substanzen birgt zwei Gefahren. Einerseits lagern sich diese Stoffe im Wachs ab und gelangen dann aufgrund des Verteilungsgleichgewichtes in den Honig. Andererseits kann es aufgrund des Wirkmechanismus dieser Stoffe zu resistenten Varroen kommen. Diese Milben überleben dann die Behandlungen und schädigen die Völker weiter. Die Mittel werden wirkungslos. Mittlerweile sind bereits Resistenzen gegenüber u.a. Apistan und Perizin bekannt. Der Einsatz von organischen Säuren ist daher langfristig der sinnvollere Weg in der Bekämpfung der Varroa.

Bekämpfungsstrategie

Um eine Schädigung der Winterbienen möglichst zu vermeiden sollte eine Entmilbung unmittelbar nach dem Abschleudern der Völker durchgeführt werden. Da die Völker in diesem Zeitraum (Mitte Juli bis Anfang August) Brut pflegen, kann nur die Ameisensäure, die selbst in der verdeckelten Brutzelle ihre Wirkung zeigt, eingesetzt werden. Um eine starke Reinfektion durch Milben anderer Stände weitgehend zu vermeiden, sollen alle Imker eines Gebietes (Ort, Kreis) ihre Völker in etwa zur gleichen Zeit behandeln (Toleranz von 2 Wochen). Leider geschieht dieses nur sehr selten. Daher kommt es im Spätsommer häufig zu einer starken Reinfektion der Völker durch die Milben aus nicht behandelten Beständen.  Anfang bis Mitte September muss die in den Völkern vorhandene Milbenzahl eingeschätzt und ggf. eine weitere Behandlung mit Ameisensäure Ende September durchgeführt werden. Damit die Völker die Zeit bis zur Sommerbehandlung überleben, dürfen nur etwa 300 Milben im Winter in einem Bienenvolk sein. Daher ist auch nach dieser Behandlung die noch in den Völkern befindliche Milbenzahl einzuschätzen. Dieses erfolgt im November. Ist eine weitere Behandlung erforderlich, so wird diese im Dezember mit Milchsäure oder Oxalsäure durchgeführt. Es werden aber immer nur die Völker behandelt, bei denen die Varroenzahl über den 300 Milben liegt. Die anderen Völker benötigen keine Entmilbung mehr. Das spart Zeit, Behandlungsmittel und schont die Bienen.

Kontrolle des Behandlungserfolges, Abschätzen der noch lebenden Milben

Hierzu ist eine Stockwindel erforderlich, die unter den Bienensitz geschoben wird. Sie sollte möglichst die ganze Fläche des Bodens einnehmen, allerdings darf durch sie nicht das Flugloch geschlossen werden. Ein Holzrahmen mit einem bienendichten Drahtgitter wird zum Eigenbau empfohlen. Das Drahtgitter verhindert ein Austragen von Milben durch die Bienen. Auf der anderen Seite des Rahmens wird eine Plastikfolie angebracht. Zwischen dieser und dem Rahmen befindet sich die eigentliche Windel. Es ist ein Tapetenstück, das eine Einteilung (z.B. 5x5 cm Felder) aufweist. Auf diese Windel fallen die Milben und können leicht gezählt werden. Dabei ist es nicht erforderlich die Milben direkt nach der Behandlung zu zählen, da ja die Ameisensäure in die Brut wirkt und diese später schlüpft. Eine Woche nachdem die Verdunster entnommen wurden, werden die Windeln gereinigt und wieder eingeschoben. Nach einer weiteren Woche werden die Milben gezählt und die Windel wieder gereinigt. Um sicher zu gehen sollte dieses einer Woche später nochmals durchgeführt werden. Eine natürlich abgefallene Milbe pro Tag entspricht etwa 700-800 lebenden Milben im Bienenvolk. Um unter der Schadensschwelle von 300 Milben pro Volk zu liegen, dürfen nur 2-3 Milben in einer Woche abfallen. War die Behandlung erfolgreich, so fallen in einer Woche höchsten 2 Milben ab. Mit den Windeln wird im September bzw. November ermittelt welche, Völker noch weiter zu entmilben sind. Es sind dies nur die Völker, bei denen mehr als 2 Milben pro Woche abfallen (es empfiehlt sich dieses über zwei bis vier Wochen zu bestimmen).




 

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letzte Änderung am 17.03.2005